dWing — die Welt ist nicht gerecht

sign in

Verarbeitung des Schreckens

Jeder hat es gehört, es war die letzten Tage ständig in den Medien. Ich meine damit den kürzlichen Amoklauf eines Minderjährigen Schülers.

Was mich allerdings positiv überrascht, ist die Reaktion in den Medien und von der Politik.

Klar, auch bei diesem Massaker sind schnell Nachrichten aufgetaucht, dass Counter Strike auf dem PC des Täters entdeckt wurde, und dass die Killerspieldebatte wieder losgeht. Aber dies ist recht schnell wieder versunken.

Scheinbar haben die Medien dieses mal einen anderen Sündenbock gefunden: Schützenvereine. Dies ist zwar auch sehr weit hergeholt, aber dennoch ein wenig treffender als Computerspiele zu beschuldigen. Keines der beiden bildet Killer aus. Aber Schützenvereine bilden immerhin darin aus, mit einer Projektilwaffe in ein Ziel zu treffen. Computerspiele machen das nicht.


Aber allgemein muss ich doch sagen, dass sich die Politik dieses mal erwachsener gibt und mehr konstruktive Diskussion anstatt destruktive Beschuldigungen vorherrschen. Es wird mehr auf die soziale Frage eingegangen. Wieso will ein Jugendlicher ein Blutbad anrichten? Was führt ihn dazu, die Welt, seine Mitmenschen und letztendlich auch sich selbst so zu verabscheuen.

Das ist doch die große Frage. Auch wenn er von irgendwoher das Töten gelernt haben sollte, wird er doch wohl diese Fähigkeit nicht einsetzen, wenn es bei ihm keine schwerwiegenden Probleme geben würde.


Bei diesem Punkt sind wir allerdings wieder bei den Computerspielen angelangt. Ich halte Computerspiele keineswegs für den Auslöser solcher Taten, aber eine übermäßige Computerspielsucht ist ein Anzeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Wenn jemand zur Entspannung ein wenig spielt um auf andere Gedanken zu kommen ist das in Ordnung. Wenn jemand allerdings fast schon suchtartig bis zu 10 Stunden am Tag oder sogar am Stück spielt, dann ist das ein klares Anzeichen dafür, dass er von seinem sozialen Umfeld alleine gelassen oder ausgestoßen wird, und sich daher einen Ersatzfreundeskreis im Internet sucht.

Diese dinge sind keineswegs durch Verbote von Computerspielen und Schützenvereinen lösbar. Es bedarf einer anderen Strategie, und es freut mich, dass die Politik endlich in diese Richtung diskutiert, anstatt nur alles verbieten zu wollen.


Dennoch muss ich sagen, dass auch etwas beim durchsetzen des Waffengesetzes schief läuft, wenn ein 17 Jähriger so einfach an tödliche Waffen gelangen kann.


Comments


Write comment

You need to sign in first.