Karmic Impressionen
Bereits vor einiger Zeit hatte ich ein kleines Review zum neuen Ubuntu, genannt Karmic Koala verfasst. Schon damals war ich mit dem neuesten Stand der Dinge nicht wirklich glücklich. Heute einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung habe ich mein System wieder auf den neuesten Stand gebracht. Leider hat sich seither kaum was verbessert. Nur ein Problem, welches mich beim booten geplagt hatte wurde beseitigt.
Ich muss an dieser Stelle auch Kritik an Ubuntu üben denn so kann es einfach nicht mehr weiter gehen. Es werden immer mehr unnütze Funktionen hinzugefügt, die das System unnötig ausbremsen. Neuerdings ist Couchdb dazugekommen welches es ermöglichen soll Einstellungen und persönliche Dokumente mit einem Server und damit anderen Desktops abzugleichen. Auch wenn man diesen Dienst nicht nutzen will wird er trotzdem beim hochfahren gestartet und schluckt Systemressourcen. Das schlimme daran: Der Dienst ist in einer exotischen Sprache namens Erlang geschrieben und benötigt aus welchen Gründen auch immer XULRunner. Somit läuft ein weiterer Systemdienst mit einer interpretierten Sprache und verbraucht dementsprechend mehr als 10M Speicher. Beim starten fragt es irgendwelche Sachen von XULRunner ab wodurch dieser beim booten gestartet wird, was eine Menge ausmacht, denn XULRunner ist eine riesige Applikation.
Ubuntu sollte endlich Abstand davon nehmen Systemdienste in Python, Perl, Erlang oder sonst irgendwas zu implementieren. Da könnten sie ja gleich anfangen alles in Java oder C# zu machen. Ubuntu sollte mehr investieren um das System so leichtgewichtig wie möglich zu halten und unnötige Funktionen vermeiden.
Gnome an sich macht in diese Richtung schon vieles. Veraltete Bibliotheken werden über Bord geworfen um die Anwendungen abzuspecken. Außerdem wird HAL langsam aber sicher durch Udev ersetzt. Ubuntu hat zwar das Ziel HAL über Bord zu werfen auch verfolgt aber dennoch werden bei mir zehn oder mehr HAL Prozesse beim hochfahren gestartet und bleiben danach im Speicher. Dies ist doch eine gute Möglichkeit Startzeit zu verkürzen und Speicher nicht unnötig zu verbrauchen.
Ähnlich den Bootzeit Meilensteinen sollte Ubuntu auch für den Speicherverbrauch klare Meilensteine und messbare Ziele definieren. Ein fertig gestartetes System mit allen Systemdiensten die in der Standardinstallation dabei sind sollte nicht mehr als z.b. 170M für die 32bit und 250M für die 64bit Version verbrauchen. Dies natürlich auf einem genormten Referenzsystem, denn die Hardware macht bezüglich Grafik einiges aus.