Gelernte Hilflosigkeit
Vor einiger Zeit bin ich beim Wiki lesen auf zwei interessante psychologische Phänomene gestoßen und habe deren Eigenschaften gleich mit mir selbst verglichen. Erlernte Hilflosigkeit und Liebes-Schüchternheit. Die Liebes-Schüchternheit beschreibt, dass einige Männer unfähig sind eine Liebesbeziehung einzugehen. Es hängt damit zusammen, dass in der Gesellschaft die Männer dazu gezwungen sind die aktive Rolle zu übernehmen. Frauen mit solch einer Schüchternheit haben dagegen keine Probleme, denn sie müssen selbst nicht aktiv werden. Ich erkenne eine große Übereinstimmung mit mir selbst, auch wenn einige Punkte absolut nicht zustimmen.
Die erlernte Hilflosigkeit beschreibe ich am besten am Beispiel des Schülers. Dieser lernt durch eigene Erfahrung, dass sein Lerneinsatz nicht mit dem Ergebnis der Prüfungen korreliert. Er ist dabei hilflos der Willkür des Lehrers ausgesetzt und kann selbst die Notengebung nicht beeinflussen. Dies führt dazu, dass er auch in Zukunft keinerlei Anstrengungen leisten wird um die Situation zu beeinflussen, schließlich ist er ihr ja hilflos ausgeliefert. Dieses Phänomen trifft auf mich leider sehr zu. Sogar noch mehr, denn es beschränkt sich bei mir nicht auf bestimmte Gebiete sondern auf das ganze Leben. Wenn ich durch eigene Erfahrung zu dem Schluss komme, dass ich Glück im Leben nicht erreichen kann, egal wie sehr ich mich anstrenge so gebe ich jegliche Anstrengung auf. Schließlich ist das Glück des Menschen im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen (Freud?). Wir wurden ins Leben geworfen und sind diesem hilflos ausgeliefert (Nietzsche?).
An sich sind dies ja keine guten Grundsätze fürs Leben. Wenn es für mich kein Glück im Leben gibt dann brauche ich auch nicht leben. In letzter Zeit bin ich sowieso des Lebens sehr müde.
So viel zur Selbstdiagnose. Für eine Selbsttherapie fehlen mir aber jegliche Ideen.